Am Standort Neustrelitz konzentriert sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf satellitennahe Forschung und Erdbeobachtung. Die Tradition des Standorts reicht bis ins Jahr 1913 zurück, mit der Versuchsfunkstelle des Kaiserlichen Telegraphenversuchsamtes.
Mit dem Neubau eines Büro- und Laborgebäudes entlang des Kalkhorstwegs entsteht der adressbildende Kopfbau des gesamten DLR-Areals. Die prägnante Brise-Soleil-Fassade greift gestalterisch die Formensprache der bestehenden Antennenanlagen auf und symbolisiert die enge Verbindung von Wissenschaft und Architektur auf dem Campus. Das Fassadenmotiv basiert auf dem stilisierten DLR-Logo, das in kontinuierlicher Reihung einen dynamischen und identitätsstiftenden Gesamteindruck erzeugt.
Das Gebäude wird als nachhaltige Holzhybridkonstruktion realisiert. Tragende und aussteifende Kerne aus Stahlbeton werden mit Stahlbeton-Fertigteilstützen kombiniert. Im mittleren Gebäudebereich kommen Decken aus Betonhohldielen zum Einsatz, während die äußeren Zonen durch massive Brettschichtholzdecken überspannt werden, die auf den Holzrahmenelementen der Fassade aufliegen. Umlaufend entsteht eine fest installierte Verschattungskonstruktion aus Brettschichtholzelementen in Form einer Brise Soleil. Diese setzt sich aus vertikalen, horizontalen und diagonalen Elementen zusammen und wird auf der Nordseite mit reduzierter Tiefe ausgeführt.
Auch die Gestaltung der Außenanlagen folgt einem nachhaltigen Konzept. Versickerungsfähige Beläge fördern die Regenwasserrückhaltung, während neue Pflanzungen zur ökologischen Aufwertung des Geländes beitragen. Das ganzheitliche Nachhaltigkeitskonzept zieht sich dabei durch alle Bereiche des Projekts – vom Rohbau über die Fassadengestaltung bis hin zum Innenausbau.

