Seit 1995 hat das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) seinen Sitz in den denkmalgeschützten Gebäuden der ehemaligen Bakelite-Werke in Erkner, südöstlich von Berlin. Wo einst einer der ersten vollsynthetischen, industriell produzierte Kunststoffe der Welt produziert wurde, werden heute räumliche und gesellschaftliche Transformationsprozesse erforscht.
Das IRS untersucht die Wechselwirkungen zwischen Raum und Gesellschaft auf unterschiedlichen Maßstabsebenen – von der Stadt über die Region bis hin zu nationalen und internationalen Zusammenhängen.

SSP Rüthnick Architekten wurden mit der Instandsetzung der historischen Gebäude beauftragt. Ziel der Sanierung ist es, die baulichen und technischen Anforderungen an einen zeitgemäßen Forschungsstandort zu erfüllen und zugleich den denkmalgeschützten Bestand behutsam weiterzuentwickeln. Zentrale Themen sind der sommerliche Wärmeschutz, die Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzepts, die Strangsanierung der Trinkwasserversorgung, die Erneuerung der Gebäudewärmeversorgung sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Klinkerfassade aus der Bauzeit zwischen 1914 und 1921. Sie prägt das Erscheinungsbild des ehemaligen Verwaltungs- und Laborgebäudes und gilt als bedeutendes Zeugnis industrieller Baukultur. Die Sanierung folgt dem Prinzip des minimalen Eingriffs, um Materialität, Struktur und Charakter der historischen Fassade zu bewahren.

Die Geschichte der Bakelite-Werke und des von Leo Hendrik Baekeland entwickelten Kunststoffs, – bekannt unter anderem durch das charakteristische „Bakelit-Telefon“ der 1950er Jahre – bleibt so im Bestand ablesbar. Der Ort wird von SSP Rüthnick Architekten behutsam saniert und als Forschungsstandort sowie als Raum für Austausch und Auseinandersetzung mit räumlichen Veränderungen weitergeführt.