SSP Rüthnick Architekten planen den Umbau und die Sanierung für die Charlotte-Salomon-Grundschule in Berlin Kreuzberg.
Ziel war es, die bestehende Bestandsstruktur zu modernisieren, ohne dabei die Grundkubatur zu verändern.
Bestehende Raumpotentiale sollen genutzt bzw. aktiviert werden. Dazu gehört insbesondere die ehemalige erdgeschossige Parkgarage des 70’er-Jahre Schulbaus. Diese Flächen werden nun Teil des Innenraums und zu einer Mensa umgebaut.
Ein zentrales Element des Bauvorhabens ist die Neuinterpretation der stark gerasterten Fassade aus den 70er Jahren. Die bestehenden vorgehängten Waschbetonplatten können auf Grund der energetischen Sanierung nicht gehalten werden. Der Abbruchbeton wird jedoch direkt recycelt und als Zuschlag für die neuen Betonfertigteile verwendet. Neben dem Originalmaterial wird auch der ursprünglichen Fassadengestaltung des Gebäudes interpretiert und in der neuen Fassade integriert.
Die neue Fassade übernimmt das Motiv der vertikal strukturierten Fassadenelemente, wandelt sie in eine zeitgenössische Version um und gibt dem Einzelelement gestalterisch genug Flexibilität, um unterschiedliche Bilder an der Fassade zu erzeugen. Ziel der neuen Gestaltung ist es, die Proportionen des langen, stark durchgegliederten Baukörpers so zu verändern, dass sie für die Nutzung einer Grundschule angemessener wird. Weg von starker Rasterung und hin zu definierten Teilbereichen, die nicht nur das Gebäude besser lesbar machen, sondern ermöglicht, dass die mächtig anmutende Dimension gebrochen- und das Gebäude viel maßstäblicher wird.
Weiterhin werden die großflächigen Dächer der Grundschule mit einem Solargründach ausgestattet, während die mittelgroßen Dachflächen eine extensive Begrünung erhalten. Diese Maßnahmen bieten einen ökologischen Vorteil und verbessern das Mikroklima. Bei der energetischen Ertüchtigung der Dächer wurde differenziert geprüft, wie viel der Bausubstanz tatsächlich erhalten bleiben kann, um die Planungsziele so recourcenschonend wie möglich zur Umsetzung zu bringen.
Auf Grund umfänglicher Schadstoffvorkommnisse im Gebäude und die daraus resultierenden Sanierungsmaßnahmen, ergaben sich Möglichkeiten für die Umgestaltung des Innenraums. In enger Abstimmung mit den Nutzer:innen wurde hier mit minimalen raumprogrammatischen Eingriffen ein zeitgemäßes Raumkonzept entwickelt, das Foren, Teilungsräume und Klassenräume umfasst. Diese Räume folgen einem einheitlichen Gestaltungsprinzip und sind durch Sichtbeziehungen miteinander verbunden, was die Flexibilität und die Lernmöglichkeiten verbessert.
Das neue Entwurfskonzept bricht mit dem klassischen Flurschulmodell der 70er Jahre und schafft es das Compartmentsystem innerhalb des Bestandsgebäudes zu integrieren.
Darüber hinaus folgten die Verlegung der vorhandenen Bibliothek vom ersten Obergeschoss in das Erdgeschoss, wo sie um eine Leselounge im gegenüberliegenden Flurbereich ergänzt wird. Somit wird ein einladender Raum geschaffen, der zur Förderung des Lesens und Lernens einlädt. Im Eingangsbereich wird ein zusätzlicher Mehrzweckbereich etabliert, der als Foyer sowie Aufenthalts- und Ausstellungsbereich genutzt werden kann. Dies fördert die Interaktion zwischen Schülern, Lehrern und Besuchern und stärkt das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schule. Der Fachraum „Lernwerkstatt Kochen“ im dritten Obergeschoss erhält eine Erweiterung in Form einer Dachterrasse. Diese Terrasse bietet die Möglichkeit, Gemüse und Kräuter anzubauen und integriert so einen lebenspraktischen Unterricht in das pädagogische Konzept der Schule.
Die Sanierung der Charlotte-Salomon-Grundschule stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer modernen und funktionalen Bildungseinrichtung dar. Durch die Kombination aus ästhetischer Neugestaltung, ökologischen Maßnahmen und innovativer Raumnutzung, wird die Grundschule zu einem Ort des Lernens, der Kreativität und Gemeinschaft

